SUSANNE HASLINGER
GENDER SENSITIVE DESIGN

DESIGN
verstehe ich als lösungsorientierte, bedeutungsstiftende kulturelle Disziplin. Sie vereint Konzept, Gestaltung und Kommunikation.

GENDER
umfasst die sozialen und kulturellen Interpretationen von Geschlecht.
Was als männlich oder weiblich gilt, wird in jeder sozialen Gruppe, in jedem Kulturkreis neu definiert. Gender ist zeitgebunden und wandelbar.

DESIGN-OBJEKTE
sind Träger von Bedeutungen. Wer sie wie und zu welchem Zweck nutzt, ist auch eine Frage des sozialen Geschlechts (Gender).

Pflegemittel,Kleidung, Zeitschriften, Spiele, Verpackungen, elektronische Geräte, Haushaltswaren, Fahrzeuge, ...






Körpernahe Produkte wie Nassrasierer werden auffällig nach Geschlechtern getrennt gestaltet, vermarktet und präsentiert.

Sie vermitteln subtil eine Hierarchie der Geschlechter. Männer können sich nur schwer ohne "Gesichtsverlust" dem weiblich konnotierten Produkt zuwenden, da sie in dieser Hierarchie höher stehen.

Gender Sensitive Design

verweist auf Geschlechteraspekte in Design und Marketing. Das Ziel ist Geschlechtergerechtigkeit in Form von Zeichen, Symbolen, Inhalten und Produkten.
Wenn Design sich darauf konzentriert, die jeweils aktuellen "Weiblichkeiten" und "Männlichkeiten" zu inszenieren, begibt es sich in Gefahr, die grundlegenden Fragen der Gestaltung auszublenden. 
Gutes Design sorgt dafür, dass das Leben unterschiedlicher Menschen einfacher, sicherer und angenehmer wird. Es trennt nicht nach Geschlecht, Alter oder Herkunft, und es wertet vor allem nicht.

Die sozialen und kulturellen Erwartungen an Frauen und Männer verändern sich laufend. Was sich kaum ändert, ist das Denken und Gestalten in sozialen Gegensätzen, vor allem in Bezug auf die Geschlechter. An Design-Objekten können wir ablesen, wie Männlichkeit und Weiblichkeit immer neu inszeniert werden und mit welch unterschiedlichen Bedeutungen die Interpretationen belegt werden.

Design für Frauen? Design für Männer?

Unser Handeln ist vom bipolaren Denken in "männlich" und "weiblich" geprägt. So treten dann viele Produkte auch auf. Nassrasierer werden überwiegend in stereotypen Geschlechterbildern gestaltet und vermarktet. Obwohl die Klingen in der Regel identisch sind, vermitteln Formen, Farben, Produktnamen und Werbebotschaften völlig unterschiedliche Bedeutungen. Geschlecht erfährt eine Wertung.

Stereotyp geschlechtsspezifisches Design wirkt sich einschränkend aus und vermittelt Produktvorteile wenig glaubwürdig.

Wie können Produkte gedacht werden, die Bedürfnisse verschiedengeschlechtlicher Identitäten (Frauen, Männer, Transgender, Intersexuelle ...) berücksichtigen ohne zu stereotypisieren? Gender Sensitive Design erarbeitet Vorschläge für Konzept, Gestaltung und Vermarktung.

Arbeitsfelder

Gender-Analysen für Produkte, Dienstleistungen und Produktgruppen
Gender-Sensibilisierung
Konzeption und Designberatung
Geschlechtergerechtes Design und Marketing

Gender-Wissen

Unser Alltagswissen über die Geschlechter oder persönliche Erfahrungen und Präferenzen bilden keine professionelle Basis für geschlechtersensible Designlösungen.

Gender Sensitive Design arbeitet mit Erkenntnissen aus der Geschlechterforschung (Gender Studies) und der Genderforschung im Design. Neben Sex und Gender sind weitere soziale Hierarchisierungskategorien wie Alter, Herkunft und körperliche Beeinträchtigungen relevant.


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